Wie werde ich Pilotin
- 1. Feb.
- 20 Min. Lesezeit
Xiaoshan | Olfen | 01. Feb. 2026 | Winter
Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages Pilotin werden würde. Das Leben ist voller Überraschungen – und ich bin unendlich dankbar für meine Entscheidung, vor vielen Jahren einen Schnupperflug mit einer Cessna 172 gemacht zu haben. Denn dieser Tag hat alles verändert.

Ohne zu wissen, wie ich die Ausbildung finanzieren sollte, habe ich meine Pilotenausbildung begonnen. Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, stelle ich fest, dass ich oft in die Ungewissheit gegangen bin, obwohl ich den Weg vor mir gar nicht sehen konnte.
Ich bin nicht immer bereit für die Herausforderungen in meinem Leben. Oft habe ich in bestimmten Situationen auch keine sofortige Lösung parat. Aber ich glaube fest daran, dass der Weg erst im Gehen entsteht.
Du musst nicht erst bereit sein, um zu starten. Du kannst jetzt anfangen – auch wenn du dich unsicher fühlst.
In diesem Buch möchte ich dich dabei unterstützen, deinen wundervollen Traum zu verwirklichen. Alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist. Aber den ersten Schritt kannst du jetzt schon machen.
Glaube fest an dich. Du schaffst das.
KAPITEL I
WARUM MÖCHTEST DU PILOT*IN WERDEN?
Finde dein Warum.
Bevor ich dir meine Tipps und Erfahrungen an die Hand gebe, möchte ich dir als Erstes eine einfache, aber sehr wichtige Frage stellen:
Warum möchtest du Pilot*in werden?
Diese Frage ist elementar. Denn die Antwort wird dir Klarheit und Kraft geben – besonders in den Momenten, in denen du dich während deiner Pilotenausbildung selbst infrage stellst.
Nur mit Beharrlichkeit und einem festen Vertrauen in deinen Traum wirst du trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten weitermachen, bis du dein Ziel erreichst. Wenn Pilot*in zu werden zu einer inneren Notwendigkeit in deinem Leben geworden ist, wirst du diese Beharrlichkeit tief in dir spüren. Und genau diese Eigenschaft ist entscheidend auf deinem Weg.
Dein Warum ist dein wichtigster Antrieb.Um all die Herausforderungen erfolgreich zu meistern, brauchst du dein Warum. Es ist das Licht, das deinen Weg erhellt, wenn um dich herum alles dunkel erscheint. Es schenkt dir Hoffnung und Vertrauen, dass du – egal was passiert – trotzdem weitermachst.
Glaube mir: Es wird Phasen geben, in denen du alles infrage stellst und nicht mehr weißt, ob du überhaupt weitermachen möchtest. Es wird auch Momente geben, in denen du an dir selbst zweifelst. Weißt du, warum? Weil du dich die ganze Zeit außerhalb deiner Komfortzone bewegst. Und das ist nicht immer angenehm oder bequem.
Doch genau dort findet Wachstum statt. Nur so kannst du dich weiterentwickeln und das Beste aus dir herausholen. Es ist wie bei einer Raupe, die sich aus ihrem Kokon befreit und zu einem wundervollen Schmetterling wird.

Meine Tipps für dich
Nimm dir einen Zettel und schreibe auf, warum du Pilot*in werden möchtest. Je ausführlicher, desto besser. Klebe diesen Zettel an einen Ort, an dem du ihn täglich sehen kannst – zum Beispiel in dein Schlafzimmer oder an den Spiegel im Badezimmer.
Wichtig ist, dass du dein Warum jeden Tag liest, um dich immer wieder daran zu erinnern.
Dein Warum ist nicht nur mit einem bestimmten Ergebnis in der Zukunft verbunden, sondern vor allem mit einem Gefühl, das du später erleben möchtest. Ein Gefühl zu spüren ist viel intensiver, als nur ein Ziel zu erreichen.
Dein Warum könnte zum Beispiel so aussehen:
„Ich möchte viele wundervolle Orte auf dieser Welt mit dem Flugzeug entdecken und die einzigartigen, schönen Momente des Lebens gemeinsam mit meinen Liebsten erleben.“
Oder:
„Ich liebe das Reisen und andere Kulturen. Ich möchte mein Arbeitsleben mit dem Reisen verbinden, indem ich Berufspilot*in werde und in verschiedene Länder fliege, um neue Kulturen und Menschen kennenzulernen.“
Stelle dir danach bewusst folgende Fragen:
Wie fühlt es sich an, wenn meine Liebsten neben mir sitzen und wir gemeinsam auf eine Insel fliegen?
Wie fühlt es sich an, im Cockpit zu sitzen und ein Flugzeug – vielleicht sogar einen Airbus A320 – zu steuern?
Wie fühlt sich mein Alltag an, wenn ich mich in einem fremden Land befinde und neue Kulturen und Menschen kennenlerne?
Wenn du dein eigenes Warum gefunden und aufgeschrieben hast, versuche, dieses Gefühl wirklich in dir zu spüren – vor allem in deinem Herzen. Denn genau dieses Gefühl wird alles verändern und dir helfen, deinen Traum zu verwirklichen.
Schreibe alles auf und frage dich immer wieder:
„Wie fühlt es sich an, wenn ich diese Zukunft lebe?“ „Wie fühlt es sich an, wenn ich …?“
KAPITEL II
WELCHE PILOTENLIZENZ IST DIE RICHTIGE FÜR DICH?
Definiere deinen eigenen Weg.
Grundsätzlich gibt es zwei Richtungen in der Pilotenausbildung:
Du bleibst Privatpilot*in und das Fliegen ist ein Hobby für dich.Beruflich gehst du einem anderen Weg nach.
Du möchtest später Commercial Pilot werden oder sogar als Fluglehrer*in arbeiten.
Lass uns zunächst bei der ersten Option bleiben: Privatpilot*in.
Ausbildungen zum Privatpilot*in
Es gibt vier gängige Lizenzen:
a. PPL(A) – Private Pilot Licence (Aircraft)
b. LAPL(A) – Light Aircraft Pilot Licence (Aircraft)
c. UL / SPL – Ultraleicht / Sport Pilot Licence
d. GPL – Glider Pilot Licence (Segelflug).
Wir Menschen sind unterschiedlich.Es gibt Menschen, die gerne alleine fliegen, und andere, die am liebsten mit Freund*innen oder Familie unterwegs sind. Ich kenne Pilot*innen, die ausschließlich in der Region fliegen und nie ins Ausland möchten. Und ich kenne andere, die fast nur international unterwegs sind.
Auch hier solltest du dir die Frage stellen: Was möchtest du wirklich?
Um dir einen besseren Überblick zu geben, habe ich weiter unten eine Vergleichstabelle erstellt:

Ultraleicht-Lizenz (UL)
In der Tabelle wirst du sehen, dass die UL-Lizenz in einigen Punkten eingeschränkt ist.Zum Beispiel liegt das maximale Abfluggewicht bei 600 kg. Das bedeutet automatisch, dass du bei Flügen mit Passagieren nicht immer voll tanken kannst.
Da sich der UL-Flugzeugmarkt stetig weiterentwickelt, gibt es mittlerweile auch Flugzeuge, die innerhalb dieser Grenzen sehr leistungsfähig sind. Hier lohnt es sich, den Markt selbst im Blick zu behalten.
In diesem Buch geht es in erster Linie um den Weg zur Pilotenlizenz.Ich selbst besitze neben meiner PPL(A) auch eine UL-Lizenz. Bisher bin ich jedoch fast ausschließlich mit unserem eigenen Flugzeug der Echo-Klasse (max. Abfluggewicht bis 2.000 kg) geflogen, da wir entweder längere Strecken zurücklegen oder mit Passagieren unterwegs sind.
Am Ende gilt:Jede*r sollte selbst entscheiden, was am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt.
LAPL(A) oder PPL(A)?
Zwischen LAPL(A) und PPL(A) gibt es auf den ersten Blick nur wenige Unterschiede.Mit der PPL(A) hast du jedoch deutlich mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung und darfst weltweit fliegen – im Gegensatz zur LAPL(A).
Wenn du darüber nachdenkst, später vielleicht doch den Schritt zum Berufspilot*in zu gehen, würde ich dir klar zur PPL(A) raten.
Flugstunden sammeln nach der Ausbildung
Nach Abschluss deiner Pilotenausbildung kannst du entweder:
ein Flugzeug chartern oder
ein eigenes Flugzeug kaufen, um weiter Flugstunden zu sammeln.
Bei Segelflugzeugen und Ultraleichtflugzeugen sind sowohl Charter- als auch Anschaffungs- und Unterhaltskosten deutlich niedriger als bei Flugzeugen der Echo-Klasse. Dieser Punkt kann bei deiner Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.
Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, mit einem Echo-Klasse-Flugzeug kostengünstig Flugstunden zu sammeln:
Du kannst bei einer Flugschule oder einem Flugverein anfragen, ob du als Pilot*in für Schnupperflüge eingesetzt werden kannst. In diesem Fall sammelst du Flugstunden, ohne selbst dafür zu zahlen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Plattform Wingly, über die du deine Flugkosten mit Passagieren teilen kannst.
👉 Hier findest du die Webseite:https://www.wingly.io/de
Ich selbst bin auch Wingly-Pilotin, und es hat mir sehr geholfen, meine Flugstunden kostengünstig zu sammeln. Deshalb kann ich dir nur empfehlen, es auszuprobieren.
Natürlich gibt es noch weitere Wege:In einigen Ländern – zum Beispiel in Afrika – kostet die Flugstunde mit einem Echo-Klasse-Flugzeug teilweise nur ca. 70 € pro Stunde. Und ich bin mir sicher, dass es noch weitere Länder gibt, die solche Möglichkeiten anbieten.
Wenn man wirklich fliegen will, findet man immer einen Weg.

Meine Tipps für dich
Am Anfang ist es wirklich nicht leicht, sich für eine Lizenz zu entscheiden – das kann ich sehr gut nachvollziehen. Die wichtigste Frage, die du dir stellen solltest, ist wieder:
Was ist dein Warum?
Sobald dir klar ist, warum du einen Pilotenschein machen möchtest, wird dein Weg automatisch klarer. Es gibt keine falsche oder richtige Lizenz – sie muss zu dir und deinem Leben passen.
Was du auf jeden Fall machen kannst, ist ein Schnupperflug:
mit einem Ultraleichtflugzeug
oder mit einer Cessna oder Piper
So bekommst du ein Gefühl dafür, welches Flugzeug und welche Art des Fliegens besser zu dir passt.
Wenn die Kosten für dich eine große Rolle spielen, empfehle ich dir, über eine GPL (Segelflugschein) nachzudenken. Sie ist die günstigste Möglichkeit (ca. 2.000–3.700 €), Pilot*in zu werden. Außerdem lernst du dabei, ein Flugzeug ohne Motor zu fliegen. Du entwickelst ein sehr feines Gefühl für Aerodynamik, Luft und das Flugzeug selbst – etwas, das dir später beim Motorflug große Vorteile bringt.
Mein Fluglehrer hat ebenfalls mit dem Segelflug angefangen. Heute ist er ein großartiger Fluglehrer und Testpilot.
KAPITEL III
WELCHE FLUGSCHULE IST FÜR DICH AM BESTEN GEEIGNET?
Suche das beste Angebot aus.
In der Regel stehen dir in einer Flugschule mehrere Fluglehrer*innen zur Verfügung. Es kann jedoch vorkommen, dass einzelne Fluglehrer*innen nur am Wochenende Zeit haben, um mit dir zu fliegen.
Wenn du selbst am Wochenende arbeiten musst, dich um Kinder oder Haushalt kümmerst oder andere Verpflichtungen hast, kann das deine Ausbildung deutlich verlangsamen. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, dass ein Flugtermin kurzfristig ausfällt.
Ganz anders sieht es aus, wenn deine Fluglehrerin unter der Woche Zeit für dich hat. In diesem Fall kommst du oft viel schneller voran, als du es dir vorstellen kannst.
Wenn du die Wahl hast, empfehle ich dir aus eigener Erfahrung eine Flugschule, die in der Nähe deines Wohnortes liegt. Der Grund ist ganz einfach: Du erreichst die Flugschule schnell – egal ob mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
Glaube mir, ich weiß, wovon ich spreche.Du kannst noch so motiviert und diszipliniert sein – es wird trotzdem Tage geben, an denen dir einfach die Motivation fehlt, loszufahren.
Ich habe meine Pilotenausbildung im November 2019 begonnen. Es war alles andere als einfach, nach der Arbeit noch zur Flugschule zu fahren – selbst wenn die Fahrt nur 15 Minuten dauerte. Im Winter wurde es früh dunkel, und draußen war es am späten Abend meist sehr kalt.
Unser Unterricht fand damals unter der Woche zwischen 19:00 und 23:00 Uhr statt. Oft fuhren wir erst nach Mitternacht nach Hause, weil unser Fluglehrer – und auch wir – völlig die Zeit vergessen hatten. Es hat immer so viel Spaß gemacht, dass wir völlig in den Unterricht vertieft waren und gar nicht gemerkt haben, wie spät es bereits war.
Unterricht unter der Woche oder am Wochenende?
Ich persönlich habe den Unterricht unter der Woche bevorzugt. So hatte ich am Wochenende Zeit, um Hausaufgaben zu erledigen (zum Beispiel Einkaufen oder Wäsche waschen) oder einfach Zeit für Sport und mich selbst zu haben.
Natürlich war es auf Dauer auch anstrengend, aber der große Vorteil war:👉 Wir kamen sehr schnell voran.
Jede Flugschule hat unterschiedliche Unterrichtsmodelle:
nur am Wochenende
nur unter der Woche
eine Kombination aus beidem
oder teilweise auch online
Es gibt hier kein richtig oder falsch. Wichtig ist nur, dass du die Zeitform wählst, die am besten zu deinem Leben passt.

Meine Tipps für dich
Entscheide dich – wenn möglich – für eine Flugschule, die mehrere Fluglehrer*innen beschäftigt. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass jemand unter der Woche Zeit für dich hat. Und selbst wenn eine Fluglehrerin kurzfristig ausfällt, hast du ein Backup, sodass dein Training nicht unterbrochen wird.
Wenn du die Möglichkeit hast, wähle eine Flugschule, die nah an deinem Wohnort liegt. Es ist viel leichter, den inneren Schweinehund zu überwinden, wenn du weißt, dass dich nur 15–20 Minuten Fahrt erwarten – und nicht eine ganze Stunde.
Auch für den praktischen Flugunterricht ist die Nähe ein großer Vorteil. Du bist flexibler, wenn sich das Wetter kurzfristig ändert oder ein spontaner Termin frei wird, weil jemand abgesagt hat. In solchen Fällen wirst du oft als Erste*r angefragt, weil du schnell am Flugplatz sein kannst.
Und noch etwas ganz Alltägliches – aber sehr Wichtiges: Man vergisst erstaunlich oft Dinge. Es ist ein absoluter Luxus, wenn man innerhalb weniger Minuten zu Hause ist, etwas holen kann und direkt wieder am Flugplatz steht.
KAPITEL IV
DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE PILOTENAUSBILDUNG UND WELCHE KOSTEN AUF DICH ZUKOMMEN
Dich gut vorzubereiten.
In der Luftfahrt hat Sicherheit höchste Priorität. Sowohl die Flugzeuge als auch die Pilot*innen tragen gemeinsam die Verantwortung für einen sicheren Flugbetrieb.
Die Voraussetzungen für eine Pilotenausbildung klingen im ersten Moment vielleicht kompliziert – aber lass dich davon bitte nicht abschrecken. Wir gehen jetzt Punkt für Punkt alles in Ruhe durch, sodass du nach diesem Kapitel klar informiert und gut vorbereitet bist.
Die Voraussetzungen für die Pilotenausbildung
1. Mindestalter
Das Mindestalter sollte im Idealfall 16 Jahre betragen.Spätestens vor deinem ersten Alleinflug musst du 16 Jahre alt sein. Die Lizenz selbst kannst du frühestens mit 17 Jahren erhalten – auch dann, wenn deine Ausbildung bereits früher abgeschlossen ist.
Diese Voraussetzung ist zum Glück unkompliziert. Wenn du bereits 16 Jahre oder älter bist, hast du diese Hürde schon einmal gemeistert ✔️
2. Fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis (Medical)
Hierbei handelt es sich um eine Flugtauglichkeitsuntersuchung bei einerm Fliegerärztin. Ziel ist es sicherzustellen, dass keine physischen oder psychischen Erkrankungen vorliegen, die zur Fluguntauglichkeit führen könnten.
Die Untersuchung dauert in der Regel 1 bis 1,5 Stunden, abhängig von der Ärztin oder dem Arzt.
Eine deutschlandweite Liste aller fliegerärztlichen Untersuchungsstellen findest du hier:🔗 https://www2.lba.de/webdb/showtab.jsp?table=flareg
Du kannst frei wählen, zu welchemr Fliegerärztin du gehst – unabhängig von deinem Wohnort. Viele Praxen haben eine eigene Webseite mit Online-Terminbuchung oder sind telefonisch erreichbar.
Kosten: Die Preise variieren je nach Region. Ich selbst habe 2019 eine Ärztin in NRW besucht und 150 € bezahlt – inklusive Instrumentenflug-Untersuchung.Heute solltest du mit 170 € – 220 € rechnen, dann bist du auf der sicheren Seite.
Für eine private Pilotenausbildung benötigst du das Medical Klasse 2 (nicht gewerbsmäßig).Das Medical Klasse 1 ist für Berufspilot*innen.
👉 Wichtig zu wissen:Es wird kein Blut abgenommen, aber ein Urintest gehört dazu. Die meisten Fliegerärzt*innen sind sehr freundlich – es gibt absolut keinen Grund, nervös zu sein.

3. Zuverlässigkeitsüberprüfung nach LuftSiG (ZÜP)
Die sogenannte Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP) ist gesetzlich vorgeschrieben. Dabei bewertet die Luftsicherheitsbehörde die Zuverlässigkeit einer Person anhand einer Gesamtwürdigung des Einzelfalls.
Der Antrag kann online gestellt werden. Je nach Bundesland wirst du automatisch an die zuständige Behörde weitergeleitet.
Beispiel (Hamburg):🔗 https://serviceportal.hamburg.de/HamburgGateway/service/entry/ZUZUEP
Typische Unterlagen für die ZÜP sind:
Alle Wohnsitze (inkl. Auslandsaufenthalte) der letzten 10 Jahre
Ausweis / Reisepass / ggf. Aufenthaltstitel
Bei längeren Auslandsaufenthalten: polizeiliches Führungszeugnis des jeweiligen Landes (beglaubigt & übersetzt)
Kopie der Pilotenlizenz oder Bestätigung der Flugschule
Ein Beispiel mit häufig gestellten Fragen (Bezirksregierung Düsseldorf):🔗 https://www.brd.nrw.de/themen/verkehr/luftverkehr/zuverlaessigkeitsueberpruefungen
Falls dir der Antrag zu kompliziert erscheint, kann deine Flugschule ihn oft für dich übernehmen. Du musst lediglich alle Unterlagen bereitstellen.
Dauer: ca. 4 Wochen
Kosten: ca. 50 €
Gültigkeit: 5 Jahre bundesweit
💡 Tipp: Achte darauf, ZÜP und Medical rechtzeitig zu verlängern.
4. Erklärung über schwebende Strafverfahren
(polizeiliches Führungszeugnis)**
Hier wird ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt.Dieses kannst du bei deiner örtlichen Meldebehörde (z. B. Bürgerbüro) beantragen.
Kosten: 13 €
Bearbeitungszeit: ca. 10 Tage
Zustellung erfolgt per Post
Weitere Infos findest du hier:🔗 https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/ZentraleRegister/Fuehrungszeugnis/Fuehrungszeugnis_node.html
5. Auskunft aus dem Verkehrszentralregister (KBA, Flensburg)
Einige Bundesländer verlangen zusätzlich eine Auskunft aus dem Fahreignungsregister beim Kraftfahrt-Bundesamt.
Diese kannst du kostenlos online beantragen:🔗 https://www.kba.de/DE/Themen/ZentraleRegister/FAER/Auskunft/faer_auskunft_node.html
Die Kosten für die Pilotenausbildung
Sobald du alle Voraussetzungen erfüllt hast, kommen wir zum wichtigsten Punkt: die Kosten.
Die Ausbildung besteht grundsätzlich aus zwei Teilen:
Theorie
Praxis
Theorie
Theorieunterricht: ca. 2.500 €
Lernmaterialien (Bücher, ICAO-Karten, Flight Computer, Headset etc.): 1.000 – 1.500 €
Behördengebühren (Anmeldung, Theorie- & Praxisprüfung): ca. 350 €
Sprechfunk
Für LAPL und PPL(A) brauchst du ein Sprechfunkzeugnis (BZF I oder BZF II).
Sprechfunkkurs: 300 – 750 €
Prüfung inkl. Zeugnis: ca. 150 €
Beispiel Gebühren (Bezirksregierung Münster):🔗 https://www.bezregmuenster.de/de/verkehr/luftfahrtpersonal/flugschueler/index.html

Praktische Ausbildung
Die Kosten variieren je nach Lizenz (LAPL oder PPL) und benötigten Flugstunden.Mein wichtigster Rat an dich:
👉 Spare niemals an Flugstunden.
Die Zeit mit deinem/deiner Fluglehrer/in ist das Wertvollste deiner gesamten Ausbildung. Dieses intensive Training bekommst du später kaum noch in dieser Form – und manches davon kann dir in einer Notsituation sogar das Leben retten.
Plane lieber etwas mehr Budget ein als zu knapp.
Warum es jeden Euro wert ist
Nach diesem Kapitel solltest du ein klares Bild davon haben, welche Kosten auf dich zukommen. Diese Entscheidung muss jede*r für sich selbst treffen – bevor die Ausbildung beginnt.
Doch wenn du das Fliegen aus tiefstem Herzen liebst, weißt du:💛 Es ist jeden Euro wert.
Die Pilotenausbildung wird dich verändern. Du wirst stärker, selbstbewusster und lernst, mit Stress umzugehen. Du wirst deine Grenzen kennenlernen – und sie überschreiten.
Vor allem wirst du unvergessliche Erlebnisse sammeln. Erlebnisse mit deiner Liebsten, mit Menschen, die dir wichtig sind. Denn am Ende sind es genau diese Momente, die zählen.
Wenn wir eines Tages zurückblicken, bleiben nicht Dinge oder Geld –es bleiben Erinnerungen.

Meine Tipps für dich
Nimm dir Zeit, um ehrlich zu prüfen, ob das Fliegen dein Weg ist
Wenn du dich entscheidest: Zieh es durch
Umgib dich mit Menschen, die deinen Traum unterstützen
Lass dich von anderen Pilot*innen inspirieren
Ich hatte das große Glück, dass meine Familie mich immer unterstützt hat – auch ohne selbst Ahnung von der Fliegerei zu haben. Gemeinsam mit meinem Mann habe ich im November 2019 mit der Ausbildung begonnen und sie im Mai 2022 abgeschlossen. Zusammen zu lernen, zu wachsen und sich gegenseitig zu unterstützen, war ein unbezahlbarer Vorteil.
Meine Familie und mein Mann haben mir nicht nur Rückhalt gegeben, sondern mir die Kraft geschenkt, weiterzugehen – bis zu dem Tag, an dem mein Traum Wirklichkeit wurde ✈️
KAPITEL V
WIE IST DIE PRIVATPILOTENAUSBILDUNG AUFGEBAUT
UND WELCHE PRÜFUNGEN KOMMEN AUF DICH ZU?
Schaffe dir einen guten Überblick.
Die Pilotenausbildung für UL, LAPL und PPL(A) ist vom Aufbau her sehr ähnlich.In diesem Buch werde ich mich jedoch hauptsächlich auf die PPL(A)-Ausbildung konzentrieren.
Aufbau der Privatpilotenausbildung
Die Ausbildung zum Privatpiloten besteht aus drei Hauptteilen:
Theoretische Ausbildung
Praktische Flugausbildung
Erwerb eines Sprechfunkzeugnisses (BZF II oder BZF I)
Theoretische Ausbildung
In der Theorieausbildung musst du insgesamt neun Fächer lernen:
Luftrecht
Allgemeine Luftfahrzeugkenntnisse
Flugleistung und Flugplanung
Menschliches Leistungsvermögen
Meteorologie
Navigation
Betriebliche Verfahren
Kommunikation
Grundlagen des Fliegens (Aerodynamik)
Je nach Flugschule umfasst die Theorieausbildung ca. 80–100 Unterrichtsstunden.Viele Flugschulen bieten inzwischen auch Online-Unterricht an.
Ich persönlich bevorzuge jedoch den Unterricht vor Ort. Der große Vorteil ist der direkte Austausch – sowohl mit anderen Schülerinnen als auch mit den Fluglehrerinnen. Oft entstehen wertvolle Gespräche außerhalb des offiziellen Unterrichts, und wenn etwas unklar ist, kannst du direkt nachfragen. Das schafft Vertrauen und Motivation.
Theorieprüfung
Die Theorieprüfung kannst du in mehreren Teilen ablegen – du musst also nicht alle neun Fächer auf einmal schreiben.
Ich habe zum Beispiel zuerst:
Luftrecht
Navigation
Kommunikation
abgelegt und in einer zweiten Prüfung die restlichen Fächer.
Die Kombination kannst du selbst wählen. Pro Fach hast du drei Versuche, um zu bestehen. Die genauen Regelungen können je nach Region leicht variieren – sprich dazu am besten mit deiner Flugschule.
⚠️ Wichtig:Nachdem du alle Theorieprüfungen bestanden hast, bleiben dir 24 Monate, um die praktische Prüfung abzulegen. Schaffst du das nicht innerhalb dieser Frist, musst du die komplette Theorie erneut absolvieren.
Die theoretische Ausbildung für PPL(A) und LAPL(A) ist identisch.Bei der UL-Ausbildung sind es weniger Fächer, dafür kommt ein zusätzlicher Kurs hinzu:
Pyrotechnik-Kurs (UL)
In fast allen UL-Flugzeugen befindet sich ein fest eingebauter Gesamtrettungsfallschirm, der im Notfall mit einer Rakete ausgelöst wird.Der Pyrotechnik-Kurs dauert etwa 1–2 Stunden und dient als Einweisung, um die Berechtigung zu erhalten, pyrotechnisches Material zu besitzen und mitzuführen.
Praktische Flugausbildung
In der Theorieprüfung werden pro Fach 40 Fragen gestellt. Du musst mindestens 75 % richtig beantworten.
Für die praktische Prüfung benötigst du mindestens 45 Flugstunden, davon:
5 Stunden auf einem zugelassenen Flugsimulationsgerät
mindestens 25 Stunden mit Fluglehrer*in
10 Stunden Alleinflugzeit
Von den Alleinflugstunden müssen mindestens 5 Stunden Überlandflug sein.Dazu gehört ein sogenannter 150-NM-Dreiecksflug:
Gesamtstrecke: mindestens 150 Nautische Meilen
Landung auf zwei fremden Flugplätzen (nicht Startflugplatz)
💡 NM (Nautische Meile):1 NM = 1,852 km
Ein Teil der Ausbildung kann auch auf einem Reisemotorsegler erfolgen.
Was du während der Ausbildung lernst
Zu Beginn lernst du die Grundmanöver:
Höhe halten
Kurven fliegen
Steig- und Sinkflug
Danach folgt ein intensives Training von Starts und Landungen – das Herzstück deiner Ausbildung.
Bevor du deinen ersten Solo-Platzrundenflug fliegen darfst, lernst du unter anderem:
Ziellandeübungen
Notlandungen
Außenlandungen
simulierte Notfälle (Motorausfall, Strömungsabriss, Trudeln usw.)
Meine persönliche Erfahrung
Die erste große Herausforderung in meiner Ausbildung war tatsächlich das Rollen.Ich habe am Anfang viel Zeit gebraucht, um das Flugzeug gerade auf dem Taxiway zu halten.
Ich erinnere mich noch gut an meine Gedanken:
„Wie soll ich jemals fliegen lernen, wenn ich es nicht einmal schaffe, das Flugzeug gerade zu rollen?“
Heute fliege ich mit meinen eigenen Gästen auf den Nordseeinseln.
👉 Jede*r fängt bei null an. Bitte glaube immer an dich selbst – auch dann, wenn es schwerfällt. Es lohnt sich. Versprochen.
Sprechfunkzeugnis
Für die LAPL- oder PPL(A)-Lizenz benötigst du ein Sprechfunkzeugnis.
Es gibt drei Arten:
BZF II – Deutsch, Sichtflug, innerhalb Deutschlands
BZF I – Deutsch & Englisch, Sichtflug
AZF – uneingeschränkt (Sicht- & Instrumentenflug)
Für den Einstieg reicht ein BZF. Wenn du bereits PPL(A) machst, empfehle ich dir direkt BZF I, da du damit später problemlos international fliegen kannst.
Den Sprechfunkunterricht kannst du parallel zur Pilotenausbildung absolvieren.
ICAO Language Proficiency Test
Eine weitere wichtige Prüfung ist der ICAO-Sprachtest. Dabei musst du nachweisen, dass du die im Funk verwendete Sprache sicher beherrschst.
Mindestlevel: ICAO Level 4
Das Wetter – der entscheidende Faktor
Eine private Pilotenausbildung kann 1 bis 3 Jahre dauern – manchmal kürzer, manchmal länger.Ein entscheidender Faktor ist dabei das Wetter.
Flugtermine müssen häufig abgesagt werden, wenn:
der Wind zu stark ist
der Seitenwind über ca. 10–12 Knoten liegt
die Wetterbedingungen nicht trainingsgeeignet sind
Gerade am Anfang lernst du überwiegend bei ruhigem Wetter, um ein gutes Gefühl fürs Flugzeug zu entwickeln – besonders beim Landen.
Das Wetter ist zudem regionsabhängig:
Gebirge → schneller Wetterumschwung
Flachland → meist stabilere Bedingungen

Meine Tipps für dich
Starte deine Ausbildung idealerweise im Frühling oder Sommer
Achte darauf, regelmäßig zu fliegen (mindestens 2× pro Woche)
Vermeide lange Pausen – sie werfen dich zurück
Ich spreche aus Erfahrung: Während des Corona-Lockdowns konnte ich vier Monate nicht fliegen. Danach brauchte ich mehrere Monate, um wieder auf meinem alten Trainingsstand zu sein.
👉 Bleib dran. Plane deine Ausbildung in der schönsten Jahreszeit und zieh sie konsequent durch.
KAPITEL VI
WIE KANNST DU DEINE PILOTENAUSBILDUNG LEICHT UND EINFACH FINANZIEREN?
Sei kreativ und offen für die Finanzierung.
Ein Traum muss nicht immer für jeden realistisch oder nachvollziehbar sein.Und genau dazu möchte ich dich ermutigen: Trau dich, groß zu träumen.
Gleichzeitig ist es wichtig, der Realität ins Auge zu schauen. Eine Pilotenausbildung ist nicht günstig – aber sie ist nicht unmöglich. Bevor du diesen Weg gehst, solltest du dir bewusst machen: Fliegen ist kein günstiges Hobby.
Wenn du später als Fluglehrer*in oder Commercial Pilot arbeiten möchtest, hast du jedoch die Möglichkeit, mit dem Fliegen Geld zu verdienen. Doch selbst nach der Ausbildung wirst du entweder weiter Flugzeuge chartern oder dir irgendwann ein eigenes Flugzeug anschaffen, um in Übung zu bleiben.
Ich möchte dir hier keine Angst machen – im Gegenteil. Ich möchte dir einfach ehrlich zeigen, was nach der privaten Pilotenausbildung auf dich zukommt.
Charterpreise – ein realistischer Überblick
Die Preise variieren je nach Region und Flugschule. Die folgenden Zahlen dienen lediglich als Referenz (Stand: meine Region):
Ikarus C42 (UL) – ca. 110 € / Flugstunde
Cessna 150 – ca. 195 € / Flugstunde
Cessna 152 – ca. 205 € / Flugstunde
Cessna 172 – ca. 280 € / Flugstunde
Piper PA-28-181 – ca. 290 € / Flugstunde
Möglichkeiten zur Finanzierung deiner Ausbildung
1. Darlehen aufnehmen
Ein klassischer und schneller Weg.Je nach Lizenz und Flugschule liegt eine PPL(A)-Ausbildung meist zwischen 18.000 € und 20.000 €.
Das entspricht in etwa dem Preis eines Gebrauchtwagens.Wer einen festen Job hat, bekommt in der Regel problemlos einen Autokredit – daher ist es meiner Meinung nach auch realistisch, ein Darlehen für die Pilotenausbildung zu erhalten.
💡 Tipp:Hole dir mehrere Angebote von verschiedenen Banken ein und vergleiche die Zinssätze.
2. Finanzierung über die Flugschule (mit Job-Modell)
Einige Flugschulen bieten Finanzierungsmodelle an, bei denen du nach der Ausbildung dort arbeitest, um die Kosten zurückzuzahlen – meist als Commercial Pilot oder Fluglehrer*in.
Das kann ein sehr guter Weg sein, wenn du ohnehin beruflich fliegen möchtest.Da ich selbst diesen Weg nicht gegangen bin, empfehle ich dir:
Bücher zum Thema Commercial Pilot werden
Gespräche mit mehreren Flugschulen
gründlichen Vergleich der Angebote
3. Direktfinanzierung (Pay-as-you-fly)
Auch ohne Darlehen ist eine Pilotenausbildung möglich.
Bei meiner Flugschule war es so, dass wir nur die Stunden bezahlt haben, die wir tatsächlich geflogen sind.Du entscheidest selbst:
wie viele Stunden du im Monat fliegst
wie viel du dir leisten kannst
Der Nachteil:Wenn das Wetter nicht mitspielt, kann sich die Ausbildung zeitlich verlängern.
Ein wichtiger Grundsatz lautet:
Bleib dran.
Sobald du mit dem Fliegen beginnst, solltest du versuchen, mindestens einmal pro Woche mit Fluglehrer*in zu fliegen, um im Training zu bleiben.
Ich persönlich habe mir damals ein Dispolimit einrichten lassen.Der Zinssatz lag bei ca. 9 %, während meine Kreditkarte bei 14 % lag. So konnte ich mehr Stunden in einem Monat fliegen und habe dabei sogar Zinsen gespart.
⚠️ Das ist nicht für jede*n der richtige Weg – aber vielleicht inspiriert er dich, deine eigene Lösung zu finden.
4. Warten, bis das Geld vollständig angespart ist
Das fühlt sich sicher an – und ich kann diesen Gedanken gut nachvollziehen.Auch ich hatte ihn.
Doch dank Basti, meinem Liebsten, haben wir 2019 gemeinsam eine mutige Entscheidung getroffen:
Wir haben mit der Pilotenausbildung begonnen – ohne perfekten Finanzplan.
Das war alles andere als leicht.
Doch im Nachhinein war es die richtige Entscheidung.Denn kurz darauf kamen:
die Corona-Pandemie
der Krieg in der Ukraine
massive Preissteigerungen, vor allem beim Sprit
Heute ist die Pilotenausbildung mindestens doppelt so teuer wie damals.
Unser Fluglehrer – mit über 45 Jahren Flugerfahrung und Testpilot – ging kurz vor unserer praktischen Prüfung in Rente.Wie knapp alles war, konnten wir damals nicht ahnen.
Warum ich dir das erzähle
Weil ich dir zeigen möchte: Das Leben lässt sich nicht planen.
Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt.Wenn du darauf wartest, wird er niemals kommen.
Wenn es sich richtig anfühlt, dann fang an. Jetzt.
Der Weg entsteht erst beim Gehen – und du wirst erstaunt sein, wie viele Lösungen sich unterwegs zeigen.

Meine Tipps für dich
Wenn Fliegen wirklich dein Traum ist, wirst du immer einen Weg finden.
Um unsere Ausbildung zu finanzieren, haben wir uns damals entschieden, ein Gewerbe zu gründen.Das bedeutete:
Arbeit nach Feierabend
Arbeit am Wochenende
wenig Freizeit
Aber es hat sich gelohnt.Unsere Firma hat fast die Hälfte der Ausbildungskosten getragen – dafür sind wir bis heute dankbar.
Ich kenne eine Privatpilotin aus Australien.Sie hatte fünf Jobs, um ihre Pilotinnen- und Fluglehrerausbildung zu finanzieren.Trotz Flugangst und finanzieller Herausforderungen wurde sie eine hervorragende Fluglehrerin – und gewann später die Australian Aviation Awards.
✨ Wenn Fliegen dir wirklich alles bedeutet, lass dich nicht von den Kosten abschrecken.
Ein Minijob, Teilzeit, Online-Arbeit – alles ist möglich.Und frage dich:
Was kann ich gut?
Wenn du gerne schreibst – schreibe.Wenn du kreativ bist – nutze es.
Nimm dir Zeit, alle deine Ideen aufzuschreiben. Du wirst überrascht sein, welche Möglichkeiten daraus entstehen.
KAPITEL VII
WIE BEREITEST DU DICH AUF DEINE THEORETISCHE UND PRAKTISCHE PRÜFUNGAM BESTEN VOR?
Fokus ist alles – bleib dran.
Nun ist es so weit:Die Prüfung steht vor der Tür.
Plötzlich wirken die vielen neuen Fächer überwältigend, und vielleicht hast du das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Du weißt nicht genau, womit du anfangen sollst oder wie du dich am besten vorbereitest?
Keine Sorge. In diesem Kapitel teile ich mit dir meine persönliche Strategie zur Lern- und Prüfungsvorbereitung. Mit einem guten Plan wird alles deutlich einfacher. Denn wenn du weißt, was auf dich zukommt, kannst du dich gezielt und ruhig vorbereiten.
Die Theorieprüfung – Überblick & Struktur
Ich habe meine Theorieprüfung bei der Bezirksregierung Münster abgelegt. Je nach Region kann der Ablauf leicht variieren, inhaltlich sind die Prüfungsfächer jedoch identisch.
Die neun Prüfungsfächer:
Luftrecht
Menschliches Leistungsvermögen
Meteorologie
Kommunikation
Grundlagen des Fliegens
Betriebliche Verfahren
Flugleistung & Flugplanung
Allgemeine Luftfahrzeugkunde
Navigation
Für jedes Fach hast du vier Versuche.Insgesamt stehen dir sechs Prüfungstage (Sitzungen) zur Verfügung.
Du kannst selbst entscheiden:
welche Fächer du zuerst ablegst
wie du sie auf die Prüfungstage verteilst
Beispiel:Am ersten Termin Luftrecht & Navigation,am zweiten Meteorologie, Grundlagen des Fliegens & Kommunikation,die restlichen Fächer auf weitere Termine verteilt.
✅ Wichtig ist nur: Alle Fächer müssen innerhalb der sechs Sitzungstage bestanden sein, erst dann gilt die Theorieprüfung als abgeschlossen.
Wichtige Regel
Deine theoretische Ausbildung muss vollständig abgeschlossen sein, bevor du zur praktischen Prüfung zugelassen wirst.
👉 Mein klarer Rat: Stecke zuerst deine gesamte Energie in die Theorieprüfung.
Ablauf & Bestehensregeln
Bestehen ab 75 % richtige Antworten pro Fach
Prüfungszeit: 20–60 Minuten, je nach Fach
Die Zeit ist mehr als ausreichend, wenn du gut vorbereitet bist
Erlaubte Hilfsmittel (Beispiele):
Lineal, Geodreieck
Kugelschreiber, Bleistift, Radiergummi
Taschenrechner (nicht programmierbar)
Navigationsrechner (z. B. ARC-2 / Flight Computer)
Meine Lernstrategie – ehrlich & bewährt
Ich habe mit dem Trainingsprogramm von Aircademy gelernt – und ich kann es dir aus voller Überzeugung empfehlen:
Dort findest du auch Händler, bei denen du das Programm direkt bestellen kannst.
👉 Kostenlose Testprüfungen findest du hier:🔗 https://aircademy.lplusteststudio.de/#/startpage
Warum dieses Programm so wertvoll ist:
Du bekommst ein realistisches Gefühl für die Prüfung
Etwa 50 % der Fragen (je nach Region auch mehr) tauchen ähnlich in der echten Prüfung auf
Deine Nervosität sinkt deutlich
Wiederholung ist der Schlüssel.Wenn du regelmäßig übst und einen Großteil der Fragen sicher beantworten kannst, steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, auch unbekannte Fragen richtig zu lösen.
Mein Tipp: Nutze zusätzlich die Aircademy-Bücher. Lerne nicht nur die Antworten – verstehe das Wissen dahinter.Wenn du die Zusammenhänge verstanden hast, kannst du jede Frage logisch lösen.
Anmeldung zur Prüfung
Die Anmeldung läuft je nach Region unterschiedlich.Informiere dich:
online (die Infos sind meist schnell zu finden)
oder frage direkt deine Flugschule – sie wissen genau, wie der Ablauf ist
Danach gilt nur noch eines: Üben. Üben. Üben.
Meine Lerntipps für dich
Fotografiere Fragen, die du häufig falsch beantwortest
Speichere sie auf deinem Handy – so kannst du überall lernen
Schreibe dir wichtige Formeln auf
Drucke sie aus und hänge sie sichtbar auf (Wand, Schreibtisch)
Viel wichtiger als Auswendiglernen: Verstehe die Frage und die Antwort wirklich.
Die praktische Prüfung – entspannt & realistisch
Nach der bestandenen Theorie folgt der praktische Teil.
Und jetzt kommt etwas ganz Wichtiges:
In der praktischen Prüfung geht es nicht darum, perfekt zu sein. Fehler sind erlaubt.
Ich erinnere mich bis heute an die Worte meines Prüfers:
„Die Pilotenlizenz zu bekommen bedeutet, dass du ab heute deine eigenen Erfahrungen sammeln darfst.“
Was der Prüfer wirklich sehen möchte:
Erkennst du Fehler selbst?
Korrigierst du sie ruhig?
Bleibst du konzentriert?
❗ Lass dich niemals von einem Fehler aus der Ruhe bringen.Konzentriere dich immer auf die nächste Aufgabe – mit 100 % Aufmerksamkeit.
Typische Prüfungsschwerpunkte
1. Starten & Landen
Startvorbereitung
Seitenwindkorrektur
Durchstarten
Ziellandungen
Landungen mit verschiedenen Klappenstellungen
2. Fliegen
Höhenhalten
Kurven
Strömungsabriss-Übungen
3. Orientierung
Navigation nach VOR
Meldepunkte erkennen
Platzrunden & Umgebung kennen
4. Funken
BZF I oder BZF II
Fehler sind okay – Selbstkorrektur ist entscheidend
Ein paar goldene Praxistipps
Arbeite konsequent mit der Checkliste
Übe Ziellandungen intensiv
Fliege so oft wie möglich bei Seitenwind
Lerne dein Prüfungsflugzeug wirklich kennen
Verinnerliche Abläufe (z. B. Landevorbereitung immer von links nach rechts)
Landungen haben den höchsten Bewertungsfaktor. Übe sie so oft wie möglich.
Mindset – der wahre Schlüssel
Das richtige Mindset entscheidet.
Diese innere Stimme, die sagt „Ich bin nicht gut genug“, kennt jeder.Doch sobald du ihr zuhörst, verlierst du Fokus – und machst weitere Fehler.
Lass diese Gedanken ziehen.
Du bist bereit. Deine Fluglehrer haben dich freigegeben – sie glauben an dich.
Warum solltest du es dann nicht auch tun?

Nach der Prüfung – ein neuer Anfang
JEDES ENDE IST EIN NEUER ANFANG
Herzlichen Glückwunsch ✨Du bist jetzt Privatpilot*in.
Du stehst am Anfang einer neuen Reise – nicht am Ende.Diese Ausbildung hat dich verändert. Du bist nicht mehr dieselbe Person wie zuvor.
All die Disziplin, das Vertrauen in dich selbst, die Ruhe in Stresssituationen –all das wird dich auch in anderen Lebensbereichen begleiten.
Danke, dass mein Buch dich auf diesem Weg begleiten durfte.Ich wünsche dir von Herzen:
💛Glaube an dich. Sei mutig.
Bleib dir selbst treu.
Und folge deinen Träumen – sie kennen den Weg. ✈️✨


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